Schwäbische Wurstknöpfle

Schwäbische Wurst Knöpfle sind eine schwäbische Spezialität, welche auf diese oder ähnliche Weise zubereitet auch noch ganz selten in ausgesuchten guten schwäbischen Restaurants serviert werden und sonst leider allgemein etwas in Vergessenheit geraten sind.
Handelt es sich doch, wie ihre verwandten Wurstspätzle um ein nostalgisches Gericht aus der Zeit unserer Groß- oder Urgroßmütter, wo es jeden Tag eine Kunst war, ein sättigendes reichhaltiges Essen ohne viel Fleisch und Wurst, dazu noch mit übrig gebliebenen Resten zu kochen und auf diese Weise seiner Familie dennoch ein leckeres Essen zu servieren.

Zutaten: für 4 - 6 Portionen

1 - 2 mittelgroße Zwiebeln
300 g schwäbische gerauchte Schinkenwurst
oder Krakauer Wurst oder weiche Landjäger
1 Bund frische Petersilie
2 durch die Presse gedrückte Knoblauchzehen
1 – 2 EL Raps Kernöl zum Braten
Außerdem:
Drei 1 – 2 Tage alte Brötchen oder Weißbrot (180g)
200 ml heiße Milch 1,5 % Fett
5 Eier Gr. M
200 g Weizenmehl Type 405
Salz
Reichlich frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
Zusätzlich nach Wunsch:
Dünne Zwiebelringe in etwas Butterschmalz gebraten oder
Geschmelzte Semmelbrösel
heiße Fleisch- oder Gemüsebrühe

Zubereitung:

Für die Zubereitung vom Rezept Schwäbische Wurstknöpfle zuerst am Tag zuvor die etwa 1 Tage alten Brötchen in kleine ca. 1x1 cm große Würfel schneiden und nochmals 1 – 2 Tage in der Küche gelagert etwas mehr trocknen lassen. Oder gekauftes getrocknetes Knödelbrot vom Bäcker dazu verwenden.



Für die endgültige Zubereitung die Brotwürfel in eine große Schüssel geben, mit 200 ml heißer Milch begießen und unter Wenden gut einziehen und erkaltlen lassen.

1 – 2 nicht zu große geschälte Zwiebeln in kleine Würfel schneiden.
Petersilie ebenfalls klein schneiden.
Zuvor enthäutete gerauchte schwäbische Schinkenwurst oder gerauchte Krakauer oder weiche Landjäger in sehr kleine Würfel schneiden.

Zwiebelwürfel in 1 – 2 EL Pflanzenöl in einigen Minuten zu noch etwas hellen Zwiebeln braten.
Wurstwürfel und Petersilie mit in die Pfanne geben, unterheben und zusammen ca. 1 Minute mit anschmoren.
Den Pfanneninhalt herzhaft mit Salz und schwarzen Pfeffer abschmecken und zum Auskühlen zur Seite stellen.

Für die Wurstknöple nun 5 aufgeschlagene Eier über die inzwischen kalte Brötchenmasse geben, unterheben, danach die Masse mit der Hand gut durchkneten.

Die inzwischen ebenfalls ausgekühlte Zwiebel-Wurstmasse sowie 2 durch die Knoblauchpresse gedrückte Knoblauchzehen ebenfalls hinzugeben und gut verteilt mit der Hand unterkneten.
Zuletzt das Mehl darüber streuen und zu einem nicht zu festen, leider etwas klebrigen Wurstknödelteig verarbeiten und nochmals mit Salz und Pfeffer abschmecken.

In einem großen Kochtopf leicht gesalzenes Wasser aufkochen.
Neben den Kochtopf zusätzlich eine Schüssel mit warmem Wasser stellen.

Nun mit Hilfe von 2 EL weiterarbeiten.
Dabei die EL kurz in das warme Wasser tauchen, einen flach gefüllten EL vom Wurstknöpfle Teig abstechen, mit dem zweiten Löffel gerade etwas flacher streichen, den Knödelteig von einem EL auf den anderen EL abstreifen, wobei der Wurstknöpfleteig eine schöne glatte Oberfläche bekommt und zur Hälfte in das kochende Wasser halten und zügig mit dem 2. EL rasch vom Löffel in das Wasser schieben.
So fortfahren, bis man etwa 1/3 der Teigmenge aufgebraucht hat.

Die Wurstknöpfle kurz mit dem Rührlöffel vom Topfboden heben und sprudelnd aufkochen lassen.
Wenn die Knöpfle an der Oberfläche schwimmen, die Temperatur etwas zurückschalten und noch ca. 10 - 12 Minuten im leicht siedenden Wasser langsam weichziehen lassen, dabei sollten die Wurstknöpfle immer an der Oberfläche schwimmen.
Nach 10 Minuten ein Wurstknöpfle kosten, wenn dieses weich genug ist, mit einem Drahtsieb herausfischen und ausgebreitet auf einen Teller legen, oder bei Bedarf weitere 2 Minuten weiterkochen lassen.
So fortfahren, bis der ganze Wurstknöpfle Teig aufgebraucht ist, dabei zum Formen der Knöpfle die beiden EL immer wieder kurz zuvor in das heiße Wasser eintauchen.
Bei mir ergaben die oben angegebenen Zutaten 36 Wurstknöpfle, was bei normalem Appetit als Hauptmahlzeit zusammen mit einer weiteren Beilage für 4 – 6 Portionen ausreichend ist.
Zum Servieren der Wurstknöpfle:
Kalte Wurstknöpfle immer zuvor erneut in heiße Brühe einlegen, kurz aufkochen, danach noch 2 – 3 Minuten ziehen lassen.
Wurstknöpfle entweder als Suppenmahlzeit in der Brühe servieren (siehe 2. Bild) oder zuvor in heißer Brühe gelegte Wurstknöpfle auf vorgewärmte Teller verteilen und mit jeweils 1 – 2 EL heißer Brühe überziehen und zusammen mit einem noch gut lauwarmen schwäbischen Kartoffelsalat mit oder ohne grüne Gurken zu Tisch bringen.
Dabei kann man die Wurstknöpfle noch zusätzlich mit ein paar in der Pfanne gebratenen Zwiebelringen oder in etwas Butter zart angebräunten, gesalzenen Semmelbröseln, einer sogenannten Semmelbröselschmelze, bestreuen und sofort servieren.
Oder übrig gebliebene Wurstknöpfle in einer Pfanne in Butter oder Öl ringsum zart anbraten, mit gebratenen Zwiebelringen belegt mit Salat genießen. Schwäbische Wurstknöpfle sind in der Herstellung etwas zeitaufwendig. Dabei kann man zwar die Brötchen schon am Vortag in Würfel schneiden, aber auch die Zwiebel/Wursteinlage mit Petersilie schon am Vortag fertigbraten und anschließend bis zum Gebrauch abgedeckt im Kühlschrank lagern.
Dabei die frisch aus dem Kochwasser gefischten Wurstknöpfle gut abtrocknen lassen, danach bis zum Servieren 1 – 2 Tage abgedeckt im Kühlschrank lagern, oder auch in Portionen verpackt für gut 6 Wochen im Gefrierschrank als Vorrat einfrieren.

Bei 6 Personen, enthalten 1 Portion (6 Stück) Schwäbische Wurstknöpfle ca. 400 kcal und ca. 16,5 g Fett

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